{"id":543,"date":"2013-12-03T15:17:07","date_gmt":"2013-12-03T14:17:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.samskitchen.at\/?p=543"},"modified":"2013-12-03T15:17:07","modified_gmt":"2013-12-03T14:17:07","slug":"kletzenbrot-fruechtebrot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.samskitchen.at\/?p=543","title":{"rendered":"Kletzenbrot (Fr\u00fcchtebrot)"},"content":{"rendered":"<div title=\"Page 1\">\n<p><a href=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/?attachment_id=559#main\" rel=\"attachment wp-att-559\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-559\" alt=\"2013-12-03 14.36.51\" src=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.51-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.51-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.51-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.51-530x397.jpg 530w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Das Kletzenbrot ist ein saftiges, dunkelbraunes, w\u00fcrzig-s\u00fc\u00dfes Brot, das in Wecken-, Laib- oder Kastenform in unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe hergestellt wird. Traditionell werden dem Brotteig Trockenfr\u00fcchte wie z.B. Kletzen, Hutzeln und Zwetschken und Gew\u00fcrze beigemengt, wobei der Fruchtanteil gegen\u00fcber dem Mehlanteil \u00fcberwiegt.<br \/>\nEs ist neben \u00d6sterreich auch im bayrischen und schw\u00e4bischen Raum verbreitet.<\/p>\n<div title=\"Page 2\">\n<p><strong>Geschichte der Kletzenherstellung:<\/strong><br \/>\nDer Brauch, Birnen zu trocknen und dann f\u00fcr verschiedenste Gerichte zu verwenden hat eine sehr lange Tradition.<\/p>\n<p>So wurden Fr\u00fcchte vermutlich schon im Mittelalter in der Sonne bzw. durch die warme Umgebungsluft getrocknet und konserviert.<\/p>\n<p>Birnen, \u00c4pfel, Zwetschken u.a. wurden im Herbst in Scheiben oder Ringe geschnitten, auf Schn\u00fcre aufgef\u00e4delt und in trockenen R\u00e4umen aufgeh\u00e4ngt.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere H\u00f6fe hatten eigene \u201eDarrh\u00fcttn\u201c (D\u00f6rrh\u00fctten), die in gr\u00f6\u00dferer Entfernung von Haus und Stadl zwischen Obstb\u00e4umen standen.<\/p>\n<p>In der \u201eDarrh\u00fcttn\u201c stand ein kleiner Backofen aus Lehm in dem die Fr\u00fcchte ged\u00f6rrt wurden. Vielfach wurden die Fr\u00fcchte aber auch in der Sonne getrocknet oder einfach in der Nachhitze des Backofens ged\u00f6rrt und f\u00fcr den Winter aufbewahrt.<\/p>\n<p><strong>Kletzenbrot:<\/strong><\/p>\n<p>Bereits die Kelten mischten getrocknete Fr\u00fcchte unter ihren Brotteig.<br \/>\n\u201ePiratura\u201c war ein im Mittelalter bekanntes Brot, das aus Brotteig mit ged\u00f6rrten Obst und N\u00fcssen hergestellt wurde.<br \/>\nDas Kletzenbrot war einst ein einfaches Roggenbrot, in das als Trockenfr\u00fcchte nur Kletzen (Most- oder Kletzenbirnen), Hutzeln (feinere D\u00f6rrbirnen) und Zwetschken eingebacken wurden. Erst viel sp\u00e4ter kamen durch den wachsenden Wohlstand und den Import von S\u00fcdfr\u00fcchten auch andere Trockenfr\u00fcchte wie z.B. Feigen und Rosinen dazu. Seine S\u00fc\u00dfe erhielt das Kletzenbrot allein durch den Zusatz der s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte. Weder Zucker noch Honig wurden zugesetzt. In Zeiten, in denen kaum S\u00fc\u00dfes auf den Tisch kam, stellte dieses Fr\u00fcchtebrot sicher schon allein aus diesem Grund eine besondere Gaumenfreude dar.<\/p>\n<p>Die Mengen und die Qualit\u00e4t der bei der Herstellung der Kletzenbrote verwendeten Zutaten variierten von Familie zu Familie und richteten sich nach der Verm\u00f6genslage sowie Gr\u00f6\u00dfe der Haushalte aber vor allem danach, ob die Geb\u00e4cke f\u00fcr den Tisch des Besitzers oder der Dienstleute bestimmt waren.<\/p>\n<p>Oft wurde bei den Zutaten alter Zahlenaberglaube beachtet, wie z.B. in Wimsbach (Wels- Land, Ober\u00f6sterreich), wo neun Bestandteile (Kletzen, Zwetschken, Rosinen, N\u00fcsse, Feigen, Zitronenschale, Gew\u00fcrz, Mehl und Schnaps) zu einem Kletzenbrot verarbeitet werden sollten.<\/p>\n<\/div>\n<div title=\"Page 3\">\n<p>Je nachdem, f\u00fcr wen das Geb\u00e4ck vorgesehen war, unterschied sich die Zutatenliste der beigemengten Fr\u00fcchte, wie aus einem handschriftlichen Rezeptbuch aus dem Jahre 1862 aus dem Besitz der Sensenwerke Retdenbacher in Michldorf ersichtlich ist. So gab es Rezepturunterschiede im Kletzenbrot f\u00fcr den \u201eHerrn\u201c, die \u201eSt\u00fcblleut\u201c (Inwohnerleute), \u201ef\u00fcr die Schmid\u201c, und \u201ef\u00fcr die M\u00e4gde\u201c.<\/p>\n<p>Wollten Dienstboten ein hochwertigeres Kletzenbrot so stand es ihnen frei sich zur Verbesserung des Geschmacks zus\u00e4tzliche Zutaten selbst zu kaufen.<br \/>\nNoch bis zum 2. Weltkrieg galt das Kletzenbrot als Zugabe zur Entlohnung der Dienstboten. Wie aus der Gaflenzer (Marktgemeinde im Bezirk Steyr- Land, Ober\u00f6sterreich) Speiseordnung aus dem Jahre 1684 ersichtlich ist, sieht der ortans\u00e4ssige Pfarrer J. Poscher vor, seinen Dienstboten am Heiligen Abend \u201eieden ein gutes St\u00fcckl\u201c von dem \u201ekl\u00f6tzen fl\u00f6cken\u201c zu geben.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.8em;\">Quelle: <\/span><a style=\"line-height: 1.8em;\" href=\"http:\/\/www.lebensministerium.at\/lebensmittel\/trad-lebensmittel\/speisen\/kletzenbrot.html\">www.lebensministerium.at<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/?attachment_id=561#main\" rel=\"attachment wp-att-561\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-561\" alt=\"2013-12-03 14.36.51\" src=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.512-300x135.jpg\" width=\"300\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.512-300x135.jpg 300w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.512-510x230.jpg 510w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.36.512-530x239.jpg 530w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><a id=\"K\u00e4rntner Kletzenbrot\" name=\"K\u00e4rntner Kletzenbrot\"><\/a>K\u00e4rntner Kletzenbrot<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">500 g Kletzen<br \/>\n500 g Feigen<br \/>\n500 g D\u00f6rrzwetschken<br \/>\n250 g Rosinen<br \/>\nfeingeriebene Orangen u. Zitronenschale (oder Zitronat \u00a0u. Arancini)<br \/>\n500 g Roggenmehl R960 (1150)<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.8em;\">500 g Weizenmehl W480 (550)<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">100 g Roggensauerteig \u00a0TA200<br \/>\n<\/span>300 ml Kletzenkochwasser je nach Bedarf mehr oder weniger<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.8em;\">10 g Salz<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">2 TL Zimt<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">1 EL Honig<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">130 g Waln\u00fcsse<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">130 g Haseln\u00fcsse<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">200 ml Schnaps oder Rum<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">D\u00f6rrzwetschken und Feigen grob aufschneiden und mit den Rosinen \u00fcber Nacht in Schnaps oder Rum einlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><span style=\"line-height: 1.8em;\">Die \u00fcber Nacht in Wasser eingeweichten D\u00f6rrbirnen werden weich gekocht. Aus dem Roggenmehl, dem Weizenmehl, dem Vorteig oder der Germ, den Gew\u00fcrzen und 300 ml Kletzenkochwasser macht man einen festeren Teig. Nach Bedarf noch Schluckweise weiteres Wasser hinzuf\u00fcgen. Diesen l\u00e4sst man ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.8em;\">Von den Kletzen werden die Stiele und Bl\u00fctenreste entfernt, dann werden sie faschiert oder fein aufgeschnitten, mit den grob aufgehackten N\u00fcssen und den anderen Fr\u00fcchten in den Teig eingeknetet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><span style=\"line-height: 1.8em;\">Man teilt den Teig in 6-8 St\u00fccke, formt \u00a0Wecken, bestreicht sie mit Wasser und backt sie bei ca. 200 Grad \u00a0ca. 50-60 \u00a0Minuten.<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Kletzenbrot soll abliegen, bevor man es verwendet. Es ist auch wochenlang haltbar.<\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/?attachment_id=565#main\" rel=\"attachment wp-att-565\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-565\" alt=\"2013-12-03 14.37.01\" src=\"http:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.37.01-300x189.jpg\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.37.01-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.37.01-510x322.jpg 510w, https:\/\/www.samskitchen.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2013-12-03-14.37.01-530x335.jpg 530w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kletzenbrot ist ein saftiges, dunkelbraunes, w\u00fcrzig-s\u00fc\u00dfes Brot, das in Wecken-, Laib- oder Kastenform in unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe hergestellt wird. 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